Globaler Handel - Immer mehr Menschen kaufen fair

Warendorf - Ein Besuch im Weltladen ist wie eine Entdeckungsreise: Verführerische Schokolade, aromatische Kaffees, exotische Tees und schöne Geschenkartikel. Im ehrenamtlich betriebenen Warendorfer Weltladen gibt es gerade vor Weihnachten gute, da faire Geschenkideen. Über das erste Jahr am Krickmarkt zog das Team jetzt Bilanz.

Engagiert für einen globalisierten und gerechten Handel: Karin Cornelsen, Mechthild Kulke, Ulla Peper, Antonius Stuke (1.Vorsitzender), Ria Kalthöner und Leonore Berger (ehrenamtliche Beisitzerin) zeigen die fairen Produkte, die derzeit am besten laufen. Foto: Peter Sauer

Das von Anfang an gesteckte Ziel, das Einkommen und die Lebensbedingungen von Kleinproduzenten in ärmeren Ländern durch fairen Handel nachhaltig zu verbessern, geht im gemeinnützigen „Weltladen Warendorf e.v.“ (39 Mitglieder) nach Auskunft des Leitungsteams voll auf.

„Vor allem seit wir das neue große Ladenlokal mit Schaufenster und besserer Lage am Krickmarkt 18 haben, steigt die Kundschaft und damit auch der Umsatz“, freuen sich der erste Vorsitzende Antonius Stuke und die ehrenamtliche Beisitzerin Leonore Berger.

Das Besondere ist, dass mittlerweile nicht nur das Sortiment viel vielfältiger, bunter und moderner geworden ist, sondern dass sich das faire-Einkaufsprinzip durch alle Generationen und Bevölkerungsschichten erstreckt. So zieht das Team des Weltladens nach einem Jahr am Krickmarkt ein sehr positives Fazit. „Wir wurden positiv überrascht“, sagt Rita Kalthöner, und Antonius Stuke ergänzt: „Die Startphase war optimal.“

Das größte Lob erhalten die rund 20 Ehrenamtlichen, die im Schichtdienst als Verkaufshilfen den Vorstand im Laden unterstützen, von ihren Kunden, wenn diese sagen, dass im neuen Laden so gar nichts mehr an das typische Bild von Weltläden in improvisierten Verkaufsräumen erinnert. In der Tat sieht alles wie ein normales Geschäft aus. Der faire Handel ist keine Nische mehr.

Das Sortiment an Produkten wächst beständig: Das erkennt man jetzt auch an den stimmungsvollen Krippen aus Palästina, Nepal oder Peru, an Design aus Norwegen und Briefpapier aus Elefanten-Dung. Upcycling ist ein weiterer Trend: Der Weltladen bietet Deko-Fahrräder aus Coladosen, Figuren aus Zeitungspapier oder Bänder aus Telefonkabeln an. Faire Produkte, die gobal auch helfen den Müll zu reduzieren und die Umwelt weniger zu belasten.

Man fühlt sich einfach wohl hier. Das zeigt sich auch daran, dass sich während des Pressegesprächs am Dienstag eine Kundin spontan als neue Ehrenamtliche anmeldete. „Wir suchen immer weitere faire Kollegen“, freut sich Antonius Stuke.

Das Einjährige am Krickmarkt feiert der Weltladen am Samstag, 11. November, mit einer Sonderöffnung von 10 bis 18 Uhr. Man kann fairen Kaffee aus Südamerika und Afrika sowie einige Teesorten kosten. Eine Einkäuferin des Nepal-Importeurs Akar berichtet über ihre Kontakte zu den Herstellern und erklärt, wie die Kleinproduzenten vor Ort unterstützt werden.

Bis zum 30. November können alle Besucher schätzen wie viele Kaffeebohnen in einem Glas im Weltladen „versammelt“ sind. Und wer am besten schätzt, gewinnt natürlich fairen Kaffee. Für alle Ehrenamtlichen gibt es ein Dankeschön-Café am Montag, 13. November.

Gut angenommen wurde auch das Klangschalen-Event mit Elisabeth Burlage und Magdalene Bergmann. „Es wird 2018 wiederholt“, kündigt Leonore Berger an.