Mit dem Herzen für die Menschen da - Ulrich Hagemann ist neuer Pastoralreferent in St. Laurentius Warendorf

Warendorf - Seelsorge ist für Ulrich Hagemann vor allem „Beziehungsarbeit“. Seit dem 1. August ist der gebürtige Münsteraner Ulrich Hagemann Pastoralreferent in der Pfarrei St. Laurentius. Für ein Interview konnten wir ihn bislang noch nicht erreichen. Laut Pfarrbüro ist er erst am Montag in Warendorf. In einer vorab vom Bistum veröffentlichten Pressemitteilung stellt er seinen Werdegang und seine Ziele vor.

Ulrich Hagemann, neuer Pastoralreferent in St. Laurentius Warendorf, möchte für alle Menschen ansprechbar sein – auch für jene, die außerhalb der Kirche stehen. Foto: Ann-Christin Ladermann

„Für mich heißt Seelsorge, mit einem ehrlichen, absichtslosen Interesse auf Menschen zuzugehen, für sie einzustehen und ansprechbar zu sein.“ Hagemann ist es wichtig, die Warendorfer persönlich kennenzulernen. „Ich will herausfinden, mit wem ich es so zu tun habe“, sagt der 36-Jährige.


Viel Erfahrung gesammelt
In seiner Ausbildungsgemeinde St. Antonius in Recklinghausen sammelte er Gemeindepraxis, unterrichtete Religion in der Schule, leitete die Erstkommunionvorbereitung. Auffällig sei der hohe Anteil alleinerziehender Haushalte gewesen, die hohe Arbeitslosenquote und Sozialhilfedichte. „Das hat meine Sicht auf die Aufgaben von Seelsorge verändert, mein Blick hat sich geweitet“, sagt er. Besonders beeindruckt habe ihn die Mitarbeit im Hospiz zum Heiligen Franziskus. „Die Gäste dort verlangen keine Antworten, sondern brauchen jemanden, der bei ihnen ist.“ Eine Zeit, die Hagemann geprägt und in seinem Berufswunsch weiter bestärkt hat.

Denn die Erkenntnis, dass Pastoralreferent der richtige Beruf für ihn ist, gewann er erst nach einigen Zwischenstationen. „Das war ein Prozess“, blickt er zurück. Nach dem Abitur absolvierte er seinen Zivildienst beim Arbeiter-Samariter-Bund in Münster, studierte danach Deutsch, Religion und Italienisch. In seiner Freizeit engagierte er sich unter anderm in der Firmvorbereitung und organisierte eine Fahrt mit 120 Jugendlichen zum Weltjugendtag nach Australien. Immer wieder beschäftigte ihn damals die Frage, ob er zum Priester berufen sei.


Studium 2014 beendet
Nach einigen Monate in einem belgischen Kloster ­ (ohne Internet, Handy, TV und Zeitung) konzentrierte er sich auf das Theologiestudium. „Langsam reifte in mir die Idee, Pastoralreferent zu werden“, erinnert er sich. 2014 schloss er sein Studium ab und begann die Assistenzzeit in Recklinghausen. „Das Berufsbild des Pastoralreferenten deckt sich mit dem, wofür mein Herz schlägt.“

Der ausgebildete Kirchenmusiker freut sich auf die Warendorfer: „Ich singe gerne mit Kindern, diskutiere mit Jugendlichen in der Firmvorbereitung, begleite gerne Senioren und höre ihnen zu.“ Mit Musik will er auch dort seelsorgerisch wirken, „wo Worte nicht hinkommen.“ Bei allen Menschen: „Wenn sie ‚nur‘ an Wendepunkten des Lebens den Kontakt zu Kirche suchen, ist das okay. Aber dann will ich da sein.“