Zur Geschichte der Marienkirche /-Gemeinde

Wer vom Westen her die Stadt betritt, wird zunächst am wuchtigen Turm der Marienkirche Halt machen und verwundert  dieses Ensemble – alter Turm und, abseits davon, „Neue Kirche“ – betrachten.

Der Kirchturm gehört zu einer älteren Marienkirche, die um 1200 erbaut wurde. Sie war mit ihrem Altarraum nach Osten, zur Stadt hin ausgerichtet. Der Turm hat seinerzeit wahrscheinlich als Wehr- und Fluchtturm gedient, denn eine durchgehende schützende Stadtmauer wurde erst im Laufe des 13. Jahrhunderts gezogen. Die erste urkundliche Erwähnung eines Pfarrers der „Neuen Kirche“ stammt aus dem Jahre 1253. Am 12. September 1741 brachte der Stadtbrand die Vernichtung über das Kirchengebäude samt seiner beherbergten Kunstwerke, wovon das Gnadenbild („MiraculBild“) ein außergewöhnliches Kunstwerk darstellte.

Durch die Zerstörung des wundertätigen Gnadenbildes verlor die Marienkirche den Status als Wallfahrtskirche, welches der Gemeinde zu etwas mehr Wohlstand und Einkommen verholfen hätte. Die ausgebrannte  Kirche wurde von Pfarrer Nipper „von oben bis unten feiner und schöner“ wieder aufgebaut. Großzügige Unterstützung  erhielt Pfarrer Nipper durch die Familie Zurmühlen, die sowohl eine Nachbildung  des Gnadenbildes, als auch das Chorgestühl, welches sich noch heute im Chorraum befindet, finanzierte.

Im Jahr 1911 wurde mit dem Neubau des jetzigen Kirchengebäudes begonnen. Ausschlaggebend waren die schlechte alte Bausubstanz und die wachsende Einwohnerzahl im Westen der Stadt. Da zum Osten der Neubau durch ein städtisches Schulgebäude begrenzt wurde, richtete man den Altarraum zum Westen aus. Im Jahre 1958 wurde das Schulgebäude abgerissen und die Kirche zum Osten hin erweitert. Die Umlegung des Altarraumes und die ursprünglich geplante Doppelturmanlage wurden aus Kostengründen nicht realisiert. Im Rahmen der Erweiterung wurde die Apsis mit einer dunklen Klinkerwand verschlossen.

Wissenschaftliche Informationen zum Grundriss, zu Ansichten und insbesondere zu den Glasmalereien der Marienkirche <small>Quelle: "Stiftung Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V."</small>