27.07.2012 20:41 Alter: 301 Tag(e)

Nach 25 Jahren ist Schluss - Uwe Amsbeck fährt zum letzten Mal als Lagerleiter in die Ferien

Von: Von Daniela Geuer (WN)

Warendorf - Ein Ferienlager St. Laurentius ohne Uwe Amsbeck? Das können sich viele Kids und Betreuer kaum vorstellen. Seit 25 Jahren ist Amsbeck einer der treibenden Motoren der Ferienfreizeit.

Uwe Amsbeck (2. v. l.) fährt nach 25 Jahren in diesem Jahr zum letzten Mal als Leiter des Kinderlagers St. Laurentius mit. Anna Beermann (2. v. r.) wird zusammen mit Anne Hörnemann und Nadja Jarosch die Nachfolge von Uwe Amsbeck antreten. Foto: Geuer

Ein Ferienlager St. Laurentius ohne Uwe Amsbeck? Das können sich viele Kids und Betreuer kaum vorstellen. Seit 25 Jahren ist Amsbeck einer der treibenden Motoren der Ferienfreizeit für Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren.

Doch jetzt ist Schluss. In diesem Jahr wird der Pädagoge zum letzten Mal als Lagerleiter mit dabei sein. Ein wehmütiger Abschied? Keineswegs – die Freude auf das Lager überwiegt deutlich. „Wir freuen uns drauf und fiebern dem Tag entgegen, an dem es endlich los geht.“

Am 1. August ist es so weit. Dann machen sich 70 Kinder – Amsbeck: „Das ist Rekord, so viele waren es noch nie“ – 15 Betreuer und acht „Kochis“ (so werden die Kochfrauen liebevoll genannt) auf den Weg nach Westenfeld.

Dabei ist das Motto des Ferienlagers wie in jedem Jahr noch streng geheim. „Das wird erst bei der Abfahrt verraten“, sagt Uwe Amsbeck. Doch auf zahlreiche Programmpunkte dürfen sich die Kids jetzt schon freuen: „Wetten, dass...“, gehört schon traditionell dazu, genauso wie der Kasino-Abend, eine Olympiade, Geländespiele und Lagerhochzeiten. Natürlich sind alle Programmpunkte auf das geheime Thema des Lagers abgestimmt. Dabei ist es den Betreuern wichtig, dass auch die Ideen der Kinder nicht zu kurz kommen.

Obligatorisch ist natürlich die Lagertaufe, die alle Neulinge erwartet – und auch alle „Veteranen“, die zum fünften oder zehnten Mal mit dabei sind. „Aber das hat bis jetzt noch jeder überlebt“, schreiben die Betreuer auf der Ferienlager-Homepage. Also weniger ein Schreckgespenst als vielmehr ein großer Spaß, diese Lagertaufe. Sie ist auch eine der festen Größen, die sich im Ferienlager nicht verändert haben.

Andere Dinge schon: „Die Kinder sind heutzutage viel anspruchsvoller“, bilanziert Uwe Amsbeck. Man müsse den Kids noch viel mehr an die Hand geben, als das noch in den 80er und 90er Jahren der Fall gewesen sei. „Früher waren sie leichter zufrieden zu stellen.“

Daneben sei der logistische Aufwand deutlich gestiegen. Dies schon allein durch die Anzahl der Kinder. Waren es vor 20 Jahren noch 30 bis 40 Kinder, sind es heute bis zu 70. Dennoch eine Aufgabe, die Uwe Amsbeck mit Gelassenheit meistert: „Für mich ist das Routine“, sagt er. Aber irgendwann müsse eben auch mal Schluss sein. Mit Anna Beermann, Anne Hörnemann und Nadja Jarosch hat er fähige Nachfolgerinnen gefunden. Bereits seit dem vergangenen Jahr leitet Anna Beermann das Lager mit Uwe Amsbeck gemeinsam: „Das ist heute allein fast nicht mehr zu stemmen“, sind sich die beiden einig.

Auf beruflicher Ebene hat das Kinderlager für Uwe Amsbeck eine ganz besondere Bedeutung. Nach sieben Jahren als Berater bei der Sparkasse schmiss er einst den Job, um noch einmal die „Studienbank“ zu drücken und Grundschullehrer zu werden. „Durch das Kinderlager habe ich meinen Traumberuf gefunden, sonst stünde ich heute noch hinterm Bankschalter“, erzählt der leidenschaftliche Pädagoge, der sich immer auf das Lager freute. Trotz der vielen Arbeit: „Die Vorbereitungen laufen schon im Dezember an und hören im Oktober auf“, sagt Amsbeck. Aber mit einem super Team, sei auch das kein Problem.

Das Schönste, was Uwe Amsbeck mit dem Kinderlager in Verbindung bringt, ist die Erfahrung, dass Kinder die vor ein paar Jahren noch mitgefahren seien, inzwischen als Betreuer dabei sind oder zum Teil sogar schon ihre eigene Kinder mit ins Lager schicken.


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