Pfarrei St. Laurentius in Warendorf erarbeitet Schutzkonzept

Fachstelle Prävention des Bistums hat Arbeitshilfe herausgegeben

Warendorf (pbm/acl/pl). Präventionsarbeit gegen grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt hat für das Bistum Münster hohe Priorität – auch in seinen Pfarreien und Einrichtungen. Haupt- und Ehrenamtliche werden in Präventionsschulungen über das Thema informiert und für den Umgang im Alltag sensibilisiert. Auch folgen bereits die ersten Pfarreien dem Auftrag des Bistums, ein sogenanntes Institutionelles Schutzkonzept (ISK) zu erstellen. „Ziel ist es, gemeinsam mit den Menschen in den Pfarreien ein praxisorientiertes, niedrigschwelliges und alltagstaugliches Konzept zu entwickeln“, erklärt Doris Eberhardt. Sie ist Präventionsfachkraft und berät und begleitet die Pfarreien in der Region Münster/Warendorf bei der Erstellung eines ISK, für das die jeweiligen Kirchenvorstände die Verantwortung tragen. Als weitere Unterstützung hat die Fachstelle Prävention im Bistum Münster eine Arbeitshilfe herausgegeben.

Marion Bause, Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Laurentius in Warendorf, leitet seit Herbst 2016 eine Projektgruppe der Pfarrei, die vom Kirchenvorstand in Gang gesetzt wurde und die das ISK erarbeitet. Sie ist dankbar für diese Form der Unterstützung: „Es ist ein wichtiges und gleichzeitig vielschichtiges Thema, da ist es gut, konkrete Hilfen an die Hand zu bekommen.“ Die Projektgruppe, die aus Vertretern von Kirchenvorstand, Seelsorgeteam, Kindergarten und Jugendarbeit besteht, habe zunächst die Bereiche definiert, in denen das ISK greifen soll. Wo potenzielles Risiko für grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt vorhanden ist, sei dabei die Leitfrage gewesen. Derzeit prüfe die Projektgruppe den „Stand der Dinge“ bei sich: So reflektieren die Jugendgruppen das Vorgehen beispielsweise im Blick auf Gruppenstunden oder Ferienmaßnahmen; die Katecheten nehmen die Vorbereitungsstruktur unter die Lupe und der Personalausschuss prüfe, wie das Thema in Bewerbungsverfahren eingebracht werden könne.

Bause vergleicht das ISK mit einem Raum, der zunächst vorbereitet werden muss: „Viele Ehrenamtliche wollen etwas für Kinder und Jugendliche anbieten“, erklärt sie. „Das ISK beschreibt aber, was es braucht, damit ein Raum entsteht, in dem Kinder und Jugendliche sich wohl und sicher fühlen können. Es setzt die notwendigen Voraussetzungen fest, mit denen ein achtsamer Umgang wahrscheinlicher wird.“ Mit dem Anliegen des ISK, für Kinder einen Schutzraum zu schaffen, stoße sie bei Ehrenamtlichen offene Türen ein. „Sobald man das Thema ins Gespräch bringt, braucht es keine Überzeugungsarbeit mehr“, berichtet die Pastoralreferentin.

Eine Herausforderung sieht sie vor allem in den dafür benötigten Ressourcen. So sei der zeitliche Mehraufwand durch die Schulungen eine Anfrage, die Bause von Ehrenamtlichen zu hören bekommt. Gemeinsam versuche man, dem großen Thema „Prävention“ gerecht zu werden: „Der Bereich ist sehr vielschichtig, man fängt beim Thema Beschwerdewege an, kommt auf das Thema Transparenz und Verantwortlichkeit zu sprechen, muss aber gleichzeitig das weite Feld der Kindeswohlgefährdung im Blick haben.“ Für viele in der Pfarrei Engagierte überwiege nach der Schulung aber der Nutzen: „Die Ehrenamtlichen sind dankbar, dass dieses wichtige Thema einen Raum bekommt und tragen die Kultur der Achtsamkeit in der Pfarrei mit“, sagt Bause.

Die Arbeitshilfe für Pfarreien zur Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzeptes sowie Grundlagen, Informationen, Materialien und Methoden zu den Bausteinen des ISK stehen auf der Homepage www.praevention-im-bistum-muenster.de zum Download bereit.


Bildunterschrift: Die Mitglieder der Präventionsgruppe der Pfarrei St. Laurentius in Warendorf: (von links) Doris Eberhardt ( Präventionsfachkraft), Imke Scholle (Messdienerleiterin), Lena Hox (Pasto-ralassistentin), Marion Bause (Pastoralreferentin), Ariane Wessels (Firmkatechese) und Thomas Sokolowski (Kindergartenleitung). Es fehlt Thomas Jakisch (Kirchenvorstand).
Foto: Pfarrei St. Laurentius